Bundesverkehrsministerium legt erstmals detaillierten Plan für Bahn-Bauvorhaben vor
Das Bundesverkehrsministerium hat erstmals einen detaillierten Plan für Ausbau- und Sanierungsvorhaben im Schienennetz für die kommenden fünf Jahre vorgelegt. Der sogenannte Infraplan, den das Ministerium am Dienstag veröffentlichte, nennt eine Reihe von Kennzahlen und Zielwerten, etwa neu gebaute Gleiskilometer, den Elektrifizierungsgrad der Strecken oder Verspätungsminuten aufgrund der Infrastruktur. Ausbau und Modernisierung der Bahninfrastruktur sollen daran künftig gemessen werden.
Das Schienennetz der Deutschen Bahn gilt in weiten Teilen als marode und zugleich überlastet. Der Infraplan des Ministeriums zeigt unter anderem, dass der Anteil der gefahrenen Kilometer in Netzabschnitten, die überausgelastet sind, seit 2020 kontinuierlich von damals 3,7 auf 6,3 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist.
Für die kommenden Jahre plant der Bund steigende Investitionsmittel ein. Den Angaben nach flossen im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro in Neu- und Ausbaumaßnahmen im Schienennetz. 2026 sollen es demnach 2,4 Milliarden sein, 2027 dann 2,9 Milliarden und ab 2028 dann jährlich 3,4 Milliarden Euro. Neben etwa Schienen und Leittechnik sollen die Mittel auch in Lärmschutzsanierungen und die Erneuerung von Bahnhöfen fließen.
Der Infraplan ist auch Ausdruck des Wunsches der Bundesregierung, die Entwicklungen bei der Bahn stärker zu steuern. Zudem soll der Bericht den Weg für eine längerfristige Finanzierung der Schiene ebnen, damit Aus- und Neubauprojekte nicht mehr mit den jährlichen Haushaltsverhandlungen stehen und fallen.
U.Solana--GM