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Startups in Deutschland sammeln in diesem Jahr deutlich mehr Investitionen ein
Startups in Deutschland sammeln in diesem Jahr deutlich mehr Investitionen ein / Foto: Handout - Isar Aerospace/AFP

Startups in Deutschland sammeln in diesem Jahr deutlich mehr Investitionen ein

Mehr Geld für Startups in Deutschland: Junge Unternehmen haben in diesem Jahr bereits deutlich mehr Investitionen eingeworben als im Vorjahr. Bis September seien acht Milliarden Euro geflossen und damit schon jetzt 500 Millionen Euro mehr als 2025, teilte der Startup-Verband am Montag mit. "Das zeigt, was in Deutschland möglich ist", erklärte Vorstandsvorsitzende Verena Pausder. "Beim Wachstumskapital und vor allem bei großen Runden hängen wir international aber immer noch hinterher."

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Große Finanzierungsrunden gab es vor allem in den Bereichen Verteidigung und Deeptech, wie der Verband in Berufung auf seinen aktuellen Startup-Monitor weiter mitteilte. Als Deeptech-Startups werden demnach Unternehmen bezeichnet, die grundlegend neue Technologien auf den Markt bringen und dafür eine lange Entwicklungszeit brauchen. Diesem Bereich werden rund zehn Prozent der Startups zugeordnet.

Zugleich seien bis September zehn deutsche Startups zu Unicorns aufgestiegen - also zu besonders wertvollen Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar, erklärte der Verband und sprach von einem "Rekord". "Das sind so viele wie seit 2021 nicht mehr, womit die Gesamtzahl aktuell auf 39 steigt."

Allerdings will laut der Studie des Verbandes die Mehrheit der Startups mit Ambitionen auf einen Börsengang diesen eher in den USA umsetzen (61,9 Prozent), "weil dort Liquidität, Bewertungsniveaus und die Investorenbasis für Technologiewerte deutlich größer sind". Das sei "wenig schmeichelhaft für den europäischen Kapitalmarkt", heißt es.

Nur 27 Prozent wollten an eine deutsche Börse. Das zeige aber zugleich, dass "der Standort nicht abgeschrieben ist", erklärte der Verband und sprach sich dafür aus, die europäische Kapitalmarktunion voranzutreiben. Die Kapitalmarktunion ist eine wirtschaftspolitische Forderung unter anderem Deutschlands in der EU: Dabei sollen die Regeln für die Kapitalmärkte in den 27 EU-Staaten harmonisiert und grenzüberschreitende Transaktionen und Investitionen vereinfacht werden.

Eine enorme Rolle in den jungen Unternehmen spielt der Studie zufolge die Künstliche Intelligenz (KI). Für 53 Prozent der Startups stehe die KI mittlerweile im Zentrum des Produkts, erklärte der Verband. Im vergangenen Jahr seien es erst 45 Prozent und 2024 39 Prozent gewesen. "Startups sind damit Vorreiter der Technologie und zugleich zentrale Digitalisierungspartner für Mittelstand und Industrie." Zugleich verzeichnete der Startup-Verband einen sinkenden Anteil von Startups, die mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten.

Unter anderem auf den Einsatz von KI lässt sich auch der erneute Rückgang bei der durchschnittlichen Beschäftigtenzahl bei Startups zurückführen: Aktuell haben Startups der Studie zufolge im Schnitt 15,3 Mitarbeitende, im Vorjahr waren es 15,8. "Gerade Software-Startups könnten durch KI-Coding-Tools die Produktentwicklung enorm beschleunigen und brauchen entsprechend weniger Personalressourcen", erklärte der Verband. Er betonte, dass Startups dennoch "Jobmotor" blieben, in den nächsten zwölf Monaten planen demnach 83 Prozent Neueinstellungen.

"Deutschland gründet wieder – in der Breite und auf einer starken technologischen Basis", erklärte Pausder. Sie verwies etwa auf den Erfolg des bayerischen Startups Isar Aerospace, dessen Trägerrakete Spectrum Anfang September einen Testflug absolviert und dabei die Erdumlaufbahn erreicht hatte.

Allerdings fehle "ein wirtschaftliches Umfeld, das mitzieht", fuhr Pausder fort. Es gelte nun, die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung "umzusetzen, Finanzierungen zu stärken und mit der EU Inc. endlich Gründen und Skalieren in Europa grundlegend zu vereinfachen".

Mit der "EU Inc." will die EU-Kommission eine neue Unternehmensform einführen, mit der Startups in kurzer Zeit in allen 27 EU-Staaten eingetragen können werden sollen. Die EU-Kommissarin für Startups, Ekaterina Zaharieva, appellierte im "Handelsblatt" vom Montag an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die anderen europäischen Staats- und Regierungschefs: "Wenn Sie Talente hier halten und ihnen helfen wollen, von Europa aus zu wachsen und global zu werden, müssen wir EU Inc. auf den Weg bringen."

Für den jährlich erscheinenden Startup-Monitor wurden nach Verbandsangaben zwischen Mitte Juni und Ende August rund 1800 Datensätze von deutschen Startups erhoben. Zudem fließen demnach Investment- und Gründungsdaten weiterer Startup-Datenbanken und Vergleichswerte des Ifo-Instituts in die Studie mit ein.

G.Montero--GM