Urbig als Nummer eins? Kahn und Lehmann zweifeln noch
Die früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lemann verfolgen den Werdegang von Jonas Urbig mit einer gewissen Skepsis. "Ich kann nicht sagen, ob Urbig die Qualität hat, wirklich die Nummer eins bei Bayern München zu sein", sagte Kahn in einer Talkshow bei Sky. Beim deutschen Rekordmeister gilt der 23-jährige Urbig als designierter Nachfolger von Manuel Neuer, jüngst debütierte er in der Nationalmannschaft und könnte auch dort perspektivisch zur Nummer eins aufsteigen.
Noch sei dies aber weit weg, so Kahn. Urbig sei ein "großartiges Talent" und ein Torhüter, "der hier und da Unhaltbare hält und schon jetzt sehr weit ist". Aber: "Ich möchte das sehen, in dem Moment, in dem er die volle Verantwortung als Nummer eins trägt. Das ist etwas komplett anderes." Bei den Bayern ist Neuer Stammtorhüter, Urbig bekommt jedoch regelmäßig Einsätze.
Lehmann war noch etwas kritischer. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt glaube er "nicht, dass er die Nummer eins bei Bayern auf Dauer wird, weil er zu jung ist", sagte der ehemalige Keeper. Dies gelte entsprechend auch für die Nationalmannschaft. Der 40 Jahre alte Neuer sei wie "ein Vater, der immer da ist, wenn etwas schiefgeht und dann den Brand löscht", so der einstige Nationaltorhüter: "Es ist etwas total anderes, wenn du plötzlich jedes Spiel machen musst."
Kahn stimmte seinem einstigen Rivalen zu. "Die Nummer eins bedeutet: Da ist dann kein Manuel Neuer mehr", sagte er. Der 23 Jahre alte Urbig könne erst dann beweisen, wie er mit Rückschlägen umgehe und ob er das Potenzial habe, dauerhaft auf Top-Niveau zu agieren.
R.Sanz--GM