Gericht in Australien spricht Lieferdienstfahrern Vergütung über Mindestlohn zu
Fahrer für Lieferdienste wie Uber Eats erhalten in Australien ab der kommenden Woche eine Mindestvergütung: Eine Entscheidung des australischen Arbeitsgerichts vom Dienstag sieht vor, dass die Fahrer dann 31,30 australische Dollar (19,15 Euro) pro Stunde verdienen - und damit deutlich mehr als den australischen Mindestlohn von 26,44 australischen Dollar. Die Fahrer erhalten zudem eine Arbeitsunfallversicherung.
Die australische Gewerkschaft Transport Workers Union, die Selbstständige vertritt, die für Lieferplattformen arbeiten, begrüßte die neuen Mindeststandards. Plattformarbeiter seien "viel zu lange" außen vor gelassen worden, sagte der Gewerkschaftsvertreter Michael Kaine. "Ab Montag haben sie Anspruch auf einen absolut weltweit führenden Standard, auf dem wir im Laufe der Zeit weiter aufbauen werden."
Die Weltbank schätzt, dass es 2023 weltweit bis zu 435 sogenannte Gig-Arbeiter gab, die weitgehend außerhalb des regulären Arbeitsschutzes standen. Im Juni verabschiedete die Internationale Arbeitsorganisation ein Übereinkommen mit dem Ziel, den Arbeitsschutz auf Gig-Arbeiter auszuweiten. Gig-Arbeiter haben keine feste Anstellung, sondern übernehmen kurzfristig viele kleine Aufträge.
Die hinter den Apps stehenden Unternehmen steuern die Gig-Arbeit über Algorithmen, die Aufgaben zuweisen, die Bezahlung festlegen, die Leistung bewerten und sogar Beschäftigte entlassen. Die Plattformen stufen die Beschäftigten in der Regel als Selbstständige ein, so dass sie bestimmte Vorgaben zum Lohn oder Vorschriften für die Arbeitssicherheit oftmals außer Acht lassen können.
S.Navarro--GM